Die englische Sprache hat so viele tolle Redewendungen zu bieten. Sie tragen dazu bei, unsere Sprache bunter und das Sprechen abwechslungsreicher zu gestalten! Aber woher kommen diese Redewendungen? Englische Redewendungen und ihr Ursprung – wenn man beides kennt, dann wird das Lernen interessanter und es macht mehr Spaß – Du solltest also hier weiterlesen!
Hier jetzt für dich – häufige englische Redewendungen und ihr Ursprung!
run of the mill – gewöhnlich / null-acht-fünfzehn
Wenn etwas run oft he mill / gewöhnlich ist, handelt es sich um eine gewöhnliche, alltägliche Sache. Wenn Du eine Woche hattest, in der nichts Außergewöhnliches passiert ist und die ganz normal war, dann hattest Du eine eine gewöhnliche Woche / a run oft he mill type of week.
Aber woher stammt der Ausdruck?
Wahrscheinlich handelt es sich um Kleidungsstücke, die in einer Textilfabrik hergestellt wurden, bevor sie verziert / decorated oder verschönert / embellished wurden. Diese Kleidungsstücke wurden nicht nach Qualität sortiert, so dass man davon ausgehen kann, dass sie ganz gewöhnlich und normal waren, oder besser gesagt, dass sie einfach massenhaft produziert wurden.
get on/off a soapbox – anfangen/aufhören, große Reden zu schwingen
Hat Dir schon einmal jemand gesagt, Du solltest aufhören, große Reden zu schwingen bzw. zu labern / get off your soapbox? Das ist eine der gebräuchlichsten englischen Redewendungen, die verwendet wird, wenn jemand eine spontane Rede hält oder sich über sein Lieblingsthema aufregt und einfach nur redet und redet und redet. Man hört diesen Satz oft in der Politik, wo die Leute sehr leidenschaftlich über etwas reden.
Aber woher stammt der Ausdruck?
Der Ausdruck stammt aus den späten 1800er Jahren, als man sich auf Seifenkisten / soap boxes oder Transportkisten / shipping crates stellte, um sie als behelfsmäßige Podeste zu verwenden, wenn man vor einer großen Menschenmenge sprach. Damit war man dann mindestens einen Kopf größer als die anderen.
Was war das letzte Thema, zu dem Du eine große Rede geschwungen hast / you got on a soapbox about ?
read the riot act – jemandem die Leviten lesen
Es ist nie angenehm, wenn einem jemand die Leviten liest. Jemandem die Leviten lesen / reading soemone the riot act bedeutet, eine strenge Warnung auszusprechen oder sogar jemandem gegenüber laut zu werden, um ihn zu einer bestimmten Handlung zu bewegen.
Aber woher stammt der Ausdruck?
Der Ursprung dieser gebräuchlichen englischen Redewendung geht auf ein britisches Gesetz aus dem Jahr 1714 zurück, den Riot Act / Aufruhr-Gesetz, der Aufstände verhindern sollte noch bevor sie sich entwickeln. Dieses Gesetz trat nur in Kraft / came into effect, wenn es jemand es laut vorlas. Wenn sich also zu viele Menschen versammelten, musste ein Polizeibeamter den Riot Act vorlesen / read the Riot Act, um ihnen mitzuteilen, dass sie zu gehen haben oder oder ansonsten bestraft würden.
silver lining – auch eine gute Seite haben, ein Silberstreif
Wenn etwas Schlimmes passiert, ist es immer schön, wenn es am Ende einen Silberstreif / a silver lining am Horizont gibt. Es gibt auch eine gute Seite / a silver lining heißt, dass auch etwas Positives passiert, obwohl gleichzeitig viele andere schlechte Dinge passieren.
Aber woher stammt der Ausdruck?
Ein silver lining / Silberstreif stammt von John Milton, dem Autor des Gedichtes Paradise Lost, in dem es um einen hellen Ring aus Sonnenlicht um eine dunkle Wolke herum geht, der es so aussehen lässt, als hätte die Wolke einen Silberstreif. Die ganze Phrase every cloud has a silver lining / jede Wolke hat einen Silberstreif kam in den 1800er Jahren in die englische Sprache, obwohl es Miltons Gedicht schon viel länger gab.
through the grapevine – aus der Gerüchteküche
Auf Arbeit ist es sehr wahrscheinlich, dass man etwas aus der Gerüchteküche erfährt / that you’ve heard something through the grapevine. Das bedeutet, dass man Informationen erhält, die von Person zu Person weitergegeben wurden, sehr wahrscheinlich mit einigen Veränderungen und Wendungen auf dem Weg zu Dir. Die Informationen, die man aus der Gerüchteküche erhält, sind oft nicht die genauesten. Man sollte also vorsichtig sein und nicht alles glauben, was man auf diese Art und Weise hört!
Aber woher stammt der Ausdruck?
Diese gebräuchliche englische Redewendung stammt wörtlich von Weinreben / grapevines, die lang und verschlungen / twisty sind und sich von Traube zu Traube winden. Der Begriff wurde erstmals in den 1850er Jahren im Zusammenhang mit der Kommunikation verwendet, als der Telegraf zum Einsatz kam. Der sogenannte Reben-Telegraf / grapevine telegraph war eine Kommunikationsform, bei der Nachrichten von Mund zu Mund weitergegeben wurden.
Hast Du eine dieser Redewendungen schon einmal verwendet? Was hältst Du von den Ursprüngen der häufigsten englischen Redewendungen? Ermutigt Dich unser Blog, diese Redewendungen öfter zu verwenden? Teile uns doch Deine Gedanken in den Kommentaren unten mit!
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Erin Duffin lebt in Hamburg, ist Englischlehrerin, Bloggerin, Yogalehrerin und würde dir nicht sagen, dass du aufhören sollst zu reden / get off your soapbox … es sei denn, du wärst schon zu lange dort oben und würdest schon zu lange große Reden schwingen!

Übersetzung: Sven Merkel ist DaF/DaZ-Dozent, lebt in Berlin und wunder sich immer, welche Wendungen Geschichten aus der Gerüchteküche / through the grapevine hinter sich haben.
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